Discussion Forum: Thread 263588

 Author: Blackben View Messages Posted By Blackben
 Posted: Feb 10, 2020 03:28
 Subject: Einrichtung eines BL-Shops ohne Gewerbe
 Viewed: 116 times
 Topic: LANG Deutsch
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Blackben (15)

Location:  Germany, Sachsen
Member Since Contact Type Status
Nov 21, 2019 Contact Member Buyer
Buying Privileges - OK
Hallo,
ich bin seit einigen Monaten auf Bricklink unterwegs und bin von dieser Plattform
sehr angetan. Ich bin Privatperson und würde gern auch ein paar Sachen zum Verkauf
anbieten. Allerdings habe ich relativ viel von Abmahnungen etc gehört, sodass
ich dazu einige Bedenken haben. Deshalb habe ich mir mal einige andere Shops
angesehen und festgestellt, dass etliche diese rechtlichen Sachen (AGBs etc)
von externen Anwaltsplattformen machen lassen. Diese lassen sich diesen Service
aber sehr gut bezahlen, die günstigsten Angebote laufen da so bei etwas weniger
als 10€/Monat. Dies ist allerdings viel, wenn man annimmt, dass ein hobbymäßiger
Verkauf nicht wirklich viel Gewinn abwirft. Mein Bestreben ist auch nicht der
Profit, sondern mehr eine kleine Unterstützung des Hobbys und anderen Nutzern
helfen zu können.
Nach dieser ausführlichen Einleitung komme ich nun zum Kern meines Anliegens:
Sind diese ausführlichen AGBs etc wirklich nötig? Also ich habe keine Lust, dass
ein Anwaltsschreiben kommt, nur weil ich irgendwo vergessen habe auf Kleinteile
hinzuweisen, oder weil eine Widerrufsbelehrung fehlt. Oder gibt es eine kostenlose
Möglichkeit solche AGBs etc erstellen zu lassen um abmahnsicher zu sein?
Bei einigen habe ich auch gesehen, dass diese in den „Terms“ darauf hinweisen,
dass es sich nur um einen Privatverkauf (ähnlich wie bei Ebay) handelt und kein
gewerblicher Hintergrund besteht… reicht sowas aus? Ist man damit vor diesen
Abzock-Anwälten sicher?

Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand mein Vorhaben unterstützen würde und
mich ein wenig beraten kann.
 Author: senfgelb View Messages Posted By senfgelb
 Posted: Feb 10, 2020 06:59
 Subject: Re: Einrichtung eines BL-Shops ohne Gewerbe
 Viewed: 52 times
 Topic: LANG Deutsch
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senfgelb (1) 
(was dorasdanas)

Location:  Germany, Nordrhein-Westfalen
Member Since Contact Type Status
Dec 14, 2012 Member Does Not Allow Contact Buyer
Buying Privileges - OK
Es gibt keine Pflicht, AGB zu haben. Auch nicht für gewerblich tätige Personen.
Es gibt lediglich die Pflicht, bestimmte Pflichtangaben (Impressum, Widerrufsbelehrung
etc.) zu machen. Die kostenpflichtigen AGB per "Monats-Abo" sind eine Geldmaschine,
mit denen sich die Händler ausnehmen lassen, die keine Lust oder keine Zeit haben,
sich vernünftig zu informieren und selbst einen ausreichenden Text zu schreiben.

Für Privatverkäufer gibt es keine Pflichtangaben. Schlimmer noch: Wer als Privatverkäufer
"AGB-artige" Texte vorhält, agiert schon dadurch in den Augen vieler "Rechtsgelehrter"
nicht mehr als Privatverkäufer.

Die Frage ist: Was ist "privat"? Das ist ja auch schon seit 20 Jahren bei ebay
immer wieder die Frage und das ist hier nicht anders. Wenn du regelmäßig Ware
in deinen Shop einstellst, ja wenn du sogar Ware besorgst, um sie zu verkaufen,
handelst du gewerblich. Ohne Wenn und Aber. Eine klare Grenze (Anzahl Verkäufe,
Jahresumsatz etc.) gibt es nicht. Wenn du aber in den Augen anderer gewerblich
handelst (egal ob du das selbst so siehst oder nicht) und den Pflichten eines
Händlers (z. B. Widerrufsbelehrung) nicht nachkommst, können andere dich deswegen
abmahnen (ob berechtigt oder nicht, ist dann wieder eine ganz andere Frage).

Mach es dir einfach und melde ein Gewerbe als Kleinunternehmer an. Kostet nicht
viel. Informiere dich, welche Pflichtangaben du machen musst und mach sie. Du
musst dann jedes Jahr eine einfach Steuererklärung in Form einer simplen EÜR
machen. Ja, du musst auf deine Gewinne dann Steuern zahlen. Aber: Du kannst vieles
absetzen, was du als Privatmensch nicht absetzen kannst: Lego-Einkäufe, Telefon-/Internetanschluss,
Bürobedarf, jegliche Arbeitsmittel wie Computer usw. und deinen Gewinn so minimieren.
 Author: bricks.steine View Messages Posted By bricks.steine
 Posted: Feb 10, 2020 07:26
 Subject: Re: Einrichtung eines BL-Shops ohne Gewerbe
 Viewed: 61 times
 Topic: LANG Deutsch
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bricks.steine (1130)

Location:  Germany, Bayern
Member Since Contact Type Status
Mar 25, 2017 Contact Member Seller
Buying Privileges - OKSelling Privileges - OK
Store: BRICKS.STEINE
Diese Antwort ist - teilweise - wenig hilfreich.

Genau diese "selbstgebastelten" Rechtstexte sind ein Fressen für die Abmahner,
da sie selten an die tatsächlichen Bedürfnisse der entsprechenden Plattformen
angepasst sind. Ganz davon abgesehen, dass sich diese Bedürfnisse regelmäßig
ändern - sei es aufgrund neuer Gesetze oder entsprechender Gerichtsurteile.

Impressum und Widerrufsbelehrung kann man sich schon selber zusammenstellen,
das ist kein Problem.

Aber eine ausreichende Belehrung gemäß Datenschutzgrundverordnung, angepasst
an die Bedürfnisse bei Bricklink? Und dann noch sämtliche einschlägigen Gerichtsurteile
zu diesem Thema im Blick behalten, die ggf. Änderungen erforderlich machen? Viel
Spaß...

Wer nicht ausreichend Umsatz generiert, um ca. 7 Euro im Monat für ordentliche,
stets aktualisierte Rechtstexte mit Abmahnschutz, bezahlen zu können, der sollte
sich doch überlegen, ob sich ein Store hier auf Bricklink überhaupt lohnt.

Only My 2 Cents

Stefan

In LANG Deutsch, senfgelb writes:
  Es gibt keine Pflicht, AGB zu haben. Auch nicht für gewerblich tätige Personen.
Es gibt lediglich die Pflicht, bestimmte Pflichtangaben (Impressum, Widerrufsbelehrung
etc.) zu machen. Die kostenpflichtigen AGB per "Monats-Abo" sind eine Geldmaschine,
mit denen sich die Händler ausnehmen lassen, die keine Lust oder keine Zeit haben,
sich vernünftig zu informieren und selbst einen ausreichenden Text zu schreiben.

Für Privatverkäufer gibt es keine Pflichtangaben. Schlimmer noch: Wer als Privatverkäufer
"AGB-artige" Texte vorhält, agiert schon dadurch in den Augen vieler "Rechtsgelehrter"
nicht mehr als Privatverkäufer.

Die Frage ist: Was ist "privat"? Das ist ja auch schon seit 20 Jahren bei ebay
immer wieder die Frage und das ist hier nicht anders. Wenn du regelmäßig Ware
in deinen Shop einstellst, ja wenn du sogar Ware besorgst, um sie zu verkaufen,
handelst du gewerblich. Ohne Wenn und Aber. Eine klare Grenze (Anzahl Verkäufe,
Jahresumsatz etc.) gibt es nicht. Wenn du aber in den Augen anderer gewerblich
handelst (egal ob du das selbst so siehst oder nicht) und den Pflichten eines
Händlers (z. B. Widerrufsbelehrung) nicht nachkommst, können andere dich deswegen
abmahnen (ob berechtigt oder nicht, ist dann wieder eine ganz andere Frage).

Mach es dir einfach und melde ein Gewerbe als Kleinunternehmer an. Kostet nicht
viel. Informiere dich, welche Pflichtangaben du machen musst und mach sie. Du
musst dann jedes Jahr eine einfach Steuererklärung in Form einer simplen EÜR
machen. Ja, du musst auf deine Gewinne dann Steuern zahlen. Aber: Du kannst vieles
absetzen, was du als Privatmensch nicht absetzen kannst: Lego-Einkäufe, Telefon-/Internetanschluss,
Bürobedarf, jegliche Arbeitsmittel wie Computer usw. und deinen Gewinn so minimieren.
 Author: Turez View Messages Posted By Turez
 Posted: Feb 10, 2020 08:41
 Subject: Re: Einrichtung eines BL-Shops ohne Gewerbe
 Viewed: 52 times
 Topic: LANG Deutsch
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Turez (38)

Location:  Germany, Niedersachsen
Member Since Contact Type Status
Sep 18, 2012 Contact Member Buyer
Buying Privileges - OK
Hallo,

grundsätzlich ist es natürlich möglich, hier privat einen Shop aufzumachen. Es
existieren ja auch schon viele Shops dieser Art. Die Frage ist: Wie sieht deine
geplante Verkaufstätigkeit in folgenden Punkten aus?
- Anzahl der Verkäufe und finanzieller Rahmen
- Neu- oder Gebrauchtware
- "Professionalität" des Shops

Davon hängt ab, ob du rechtlich gesehen noch als Privatperson verkaufst (dann
brauchst du abgesehen von den obligatorischen Zahlungs- und Versandinfos keine
weiteren Angaben im Shop machen) oder gewerblich. Als Orientierung empfehle ich
https://www.it-recht-kanzlei.de/privater-anbieter-oder-gewerblicher-verkauefer.html

Viele Grüße
Jonas

In LANG Deutsch, Blackben writes:
  Hallo,
ich bin seit einigen Monaten auf Bricklink unterwegs und bin von dieser Plattform
sehr angetan. Ich bin Privatperson und würde gern auch ein paar Sachen zum Verkauf
anbieten. Allerdings habe ich relativ viel von Abmahnungen etc gehört, sodass
ich dazu einige Bedenken haben. Deshalb habe ich mir mal einige andere Shops
angesehen und festgestellt, dass etliche diese rechtlichen Sachen (AGBs etc)
von externen Anwaltsplattformen machen lassen. Diese lassen sich diesen Service
aber sehr gut bezahlen, die günstigsten Angebote laufen da so bei etwas weniger
als 10€/Monat. Dies ist allerdings viel, wenn man annimmt, dass ein hobbymäßiger
Verkauf nicht wirklich viel Gewinn abwirft. Mein Bestreben ist auch nicht der
Profit, sondern mehr eine kleine Unterstützung des Hobbys und anderen Nutzern
helfen zu können.
Nach dieser ausführlichen Einleitung komme ich nun zum Kern meines Anliegens:
Sind diese ausführlichen AGBs etc wirklich nötig? Also ich habe keine Lust, dass
ein Anwaltsschreiben kommt, nur weil ich irgendwo vergessen habe auf Kleinteile
hinzuweisen, oder weil eine Widerrufsbelehrung fehlt. Oder gibt es eine kostenlose
Möglichkeit solche AGBs etc erstellen zu lassen um abmahnsicher zu sein?
Bei einigen habe ich auch gesehen, dass diese in den „Terms“ darauf hinweisen,
dass es sich nur um einen Privatverkauf (ähnlich wie bei Ebay) handelt und kein
gewerblicher Hintergrund besteht… reicht sowas aus? Ist man damit vor diesen
Abzock-Anwälten sicher?

Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand mein Vorhaben unterstützen würde und
mich ein wenig beraten kann.